Back to frontpage
Startseite Formate Textbeiträge Die Macht des Mentorings

Die Macht des Mentorings

Was passiert, wenn Erfahrung auf Zukunft trifft?  

„Meine erste Station nach der Uni war bei SAP im NetWeaver Product Management. In diesen drei Jahren habe ich enorm viel gelernt: Erstens, was SAP-Umgebungen für ein Potenzial haben und welche Komplexität damit verbunden ist. Zweitens, wie es ist, in einem Konzern zu arbeiten. Und drittens, dass das alles nichts für mich ist“, blickt Markus Schumacher, Gründer und Strategischer Berater, zurück. Es sind nicht immer die direkten Wege, die zum Ziel führen, weiß der SAP-Experte und einer der Mentoren des Zertifikatsstudiums von SRH-University und DSAG. Jede Station im Lebenslauf hat seine Berechtigung, denn sie bringt Erkenntnisse – und in seinem Fall die Einsicht, dass er eher der Unternehmertyp ist.

Für Elli Mohr, Head of HR Global bei FairConsult 24|7 und ebenso Mentorin für das SRH-DSAG-Studium, ist es entscheidend, zu wissen, was man nicht möchte. „Nach meiner Ausbildung zur Medienkauffrau dachte ich, ich würde immer im Verlag arbeiten. Irrtum! Erst die Ausbildung und die anschließende Weiterbildung machten mir klar, mich in Richtung Personalwesen zu orientieren – aus heutiger Sicht goldrichtig.“   

Erfahrung teilen, Mentees bestärken

Es sind Erfahrungen wie diese, die die beiden mit ihren Schützlingen teilen. Das Mentoring ist Bestandteil des Studiums „Young Leaders – Navigieren, Wirken, Wachsen“. Ziel davon? Die insgesamt 14 Mentees in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Sie sollen durch ihre:n Mentor:in in den Bereichen Kommunikation, Führung und Projektmanagement gestärkt werden, genauso wie in ihrer Resilienz und Selbstwirksamkeit. Dazu kommt das Tandem regelmäßig digital oder in Person zusammen.

Individuelle und vertrauliche Gesprächsthemen

Die konkreten Themen, an denen das Zweiergespann jeweils arbeitet, sind individuell und vertraulich. Einen kleinen Einblick in das, was sie antreibt und was sie von ihren Mentoring-Sessions erwartet, gewährt Mentee Kristin Winkler, Referentin IT-Services Unternehmenssteuerung bei der Flughafen Stuttgart GmbH, dennoch: „Ich suche keine Wunderlösung und auch keinen Weg, schwierige Situationen einfach zu umgehen. Ich suche jemanden, der mir hilft, Dinge schneller zu verstehen, Zusammenhänge klarer zu sehen und typische Stolpersteine früh zu erkennen.“ Und: „Mentoring bedeutet für mich, mit jemandem zu wachsen, der schon da war, wo ich hinwill – und der bereit ist, sein Wissen zu teilen.“

So profitieren beide Seiten

Dass die 14 Mentor:innen allesamt genau diese Offenheit, den notwendigen Erfahrungsschatz, SAP-Background und große Motivation mitbringen, war eine Voraussetzung für ihre „Auswahl“ für das Zertifikatsstudium. Denn Mentoring gelingt nur, wenn man sich sowohl als Mentee als auch als Mentor:in voll darauf einlässt und öffnet. Dann profitieren im besten Fall auch beide Seiten von diesem Eins-zu-Eins.

Die Tipps der Profis

Im Oktober vergangenen Jahres ist das Format gestartet, es läuft bis Ende des Zertifikatsprogramms. Welche Tipps sie ihren Mentees in dieser Zeit mit auf den Weg geben möchten – und ob sie diese eher vor dem Scheitern oder dem schnellen Erfolg warnen würden, wissen Mohr und Schumacher genau. „Der schnelle Erfolg ist tückisch. Wer sich darauf ausruht, kann ihn genauso schnell wieder verlieren. Scheitern dagegen ist keine Schwäche. Mehr noch, wer sein Scheitern erkennt, besitzt Stärke. Und diese Stärke braucht jede:r, um wieder auf Kurs zu kommen“, so die HR-Expertin.

Der SAP-Spezialist ergänzt: „Wer Angst vor dem Scheitern hat, hat meiner Meinung nach schon verloren. Man muss sich ein Ziel stecken, daran glauben, und alles daransetzen, es zu erreichen. Dann gesellen sich Erfolg und Glück meist dazu. Klar sollte man nicht blauäugig handeln. Man sollte sich seiner eigenen Stärken, Möglichkeiten und des Umfelds bewusst sein. Denn wer den ‚eigenen Kontext‘ kennt, kann vorausschauend denken, Chancen früher erkennen und Risiken kalkuliert eingehen.“

Rat an das jüngere Ich

Schumacher fügt an: „Könnte ich meinem jüngeren Ich heute etwas raten, wäre es außerdem: Auch in stürmischen Zeiten die Ruhe bewahren, zu Entscheidungen stehen und diese klar auf das Ziel ausrichten – unabhängig vom Ego Einzelner.“ Die Empfehlung von Mohr: „Gerade in jungen Jahren erlebt und lernt man sehr viel. All diese Eindrücke sollte man aufsaugen und die besten Learnings daraus für sich ziehen. Bei alledem darf man allerdings eines nicht vergessen: Die Momente genießen und sich Zeit nehmen, die erreichten Meilensteine zu reflektieren und zu feiern.“

Zertifikatsstudium: Neue Termine verfügbar

Das Mentoring ist eines von zahlreichen Lehr-, Lern- und Austauschformaten des Zertifikatsstudiums. Anspruch des Lernangebots ist es, dass jede:r Teilnehmende den größtmöglichen Nutzen daraus zieht und die Inhalte schnell und effektiv in der Praxis umsetzt. Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Die nächsten Studientermine sind verfügbar. Eine Runde startet im April, die darauffolgende im November.