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DSAG-Teilerfolg rund um Classic ABAP-Add-ons

SAP hat bestätigt: Rezertifizierung bis Q3 2026 möglich

Es kommt Bewegung in das Thema „Classic ABAP-Add-ons. Nachdem SAP im November 2023 zunächst die Zertifizierung der ABAP-Add-ons für S/4HANA On-Premises sowie Private Cloud nach den bis dato bekannten Kriterien abkündigte und mitteilte, dass bereits zertifizierte ABAP-Add-ons für S/4HANA Private Cloud nur noch einmalig bis Q3 2025 rezertifiziert werden können, gibt es nun News. Auf den DSAG-Technologietagen 2025 gab der Software-Konzern bekannt, die Rezertifizierung um ein Jahr bis zum dritten Quartal 2026 verlängern zu wollen. Anfang Mai kam die offizielle Bestätigung.

„Das sind positive Entwicklungen. Die Verlängerung ist ein erstes wichtiges Signal, dass die Brisanz der Lage in Walldorf erkannt wurde“, erklärt Martin Fischer, Head of Tech Enablement bei Neptune Software GmbH. Gemeinsam mit seinen Kolleg:innen vom DSAG-Partnerbeirat macht er sich für das Thema aus Anwender- und vor allem Partnersicht stark. „Wir freuen uns, dass SAP auf unser Feedback reagiert hat und uns mit der Änderung entgegenkommt. Abzuwarten bleibt allerdings, inwiefern die Richtlinien für die neue Clean-Core-Zertifizierung der Classic ABAP-Add-ons überarbeitet werden“, so Fischer. Auch hier stellte SAP auf den DSAG-Technologietagen Änderungen in Aussicht. Ein Update wird in den kommenden Wochen erwartet.

Hintergrund: Warum die aktuelle Situation vor allem Partner vor Herausforderungen stellt

Noch immer setzen zahlreiche Anwender:innen S/4HANA On-Premises ein. Entsprechend bieten auch viele Partner weiterhin ihre klassischen ABAP-Add-ons an, die sie sich von SAP bisher haben zertifizieren lassen. Denn diese Zertifizierung ist wie eine Art Gütesiegel und für die meisten ihrer Kunden Voraussetzung dafür, dass sie Partner-Lösungen überhaupt installieren. Seit November 2023 lässt SAP neue Zertifizierungen für die On-Premises-Umgebung aber schlicht nicht mehr zu.  

Die neue Clean-Core-Zertifizierung

Stattdessen greift seit März 2024 die neue Clean-Core-Zertifizierung. Sie legt fest, dass ABAP-Add-ons nur noch über von SAP freigegebene Objekte, also APIs (Application Programming Interface), integriert werden dürfen. Knackpunkt eins: Dafür müssen Partner die neuste Sprachversion ABAP Cloud nutzen. Und das bedeutet quasi eine komplette Neuimplementierung bestehender Add-ons – und folglich enorm viel Ressourcenaufwand. Die zweite Hürde: Die freigegebenen APIs sind noch nicht in ausreichender Menge verfügbar.

„Das stellt Partner für große Herausforderungen, weil sie sich innerhalb kürzester Zeit komplett in die Cloud umorientieren müssen“, so Fischer. „Damit ist der Aufschub, den wir mit der Rezertifizierungsverlängerung gewonnen haben, enorm wichtig.“ Er ergänzt: „Wir bleiben als Partnerbeirat weiter an der Thematik dran – und mit SAP natürlich im konstruktiv-kritischen Dialog. Der Teilerfolg zeigt: Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg.“

Wer noch einmal ausführlich alle Hintergründe mit Einordnung von Martin Fischer lesen möchte, findet hier das Interview „Classic ABAP-Add-ons: Abkündigung der Zertifizierung – und jetzt?.