„Wir bieten echte Substanz statt generischer Inhalte“
Zertifikatsstudium von SRH University und DSAG – praxisnah und eigens für Young Professionals aus dem SAP-Kosmos konzipiert
Führungskompetenzen fördern, Projektmanagement-Fertigkeiten verbessern und Resilienz stärken – darauf zielt das neue Angebot der DSAG für Nachwuchskräfte aus SAP-Anwenderunternehmen ab.

Im Oktober fällt der Startschuss: Dann beginnt der erste Kurs des neuen Zertifikatsstudiums „Young Leaders – Navigieren, Wirken, Wachsen“. Die DSAG hat das Angebot gemeinsam mit der SRH University of Applied Sciences Heidelberg entwickelt. Es richtet sich an junge Talente aus SAP-Anwenderunternehmen, die sich gezielt zu (Teil-)Projektleiter:innen, Führungskräften und Expert:innen weiterentwickeln möchten.
Im Interview erläutert Dr. Reinhard Ematinger, Projektverantwortlicher auf DSAG-Seite, welche wichtige Lücke das Studium auf dem Markt schließt, wie es sich zu anderen Angeboten unterscheidet – und gibt Einblicke in die Lehrinhalte.
Fangen wir vorne an: Wie wurde die Idee für das Zertifikatsstudium geboren – und warum gerade mit der SRH?
Dr. Reinhard Ematinger: Dafür muss ich ein bisschen ausholen. Das Studium ist ein Angebot der DSAG 4 Young Leaders (4YL). Mit dieser Initiative wollen wir dem demografischen Wandel etwas entgegensetzen und unsere DSAG-Mitgliedsunternehmen dabei unterstützen, sich zu „verjüngen“. Also auch für junge Talente als Arbeitgeber attraktiv zu sein.
Das tun wir, indem wir bei der Zielgruppe – Studierenden und Young Professionals aus dem SAP-Umfeld – ansetzen und diese fördern, fordern und miteinander vernetzen. Klar ist für uns auch: Wenn wir sie im SAP-Kosmos halten und neue Talente genau dafür begeistern wollen, dürfen wir nicht über Nachwuchskräfte reden, sondern müssen mit ihnen sprechen. Nur so erfahren wir aus erster Hand, was sie bewegt und welche Erwartungen sie an Arbeitgeber haben.
Also kam die Idee zum Studium im Austausch mit der jungen Zielgruppe?
Dr. Reinhard Ematinger: Genau. Mit 4YL laufen ja bereits einige Aktionen, z.B. der Hackathon, der DSAG-Ideathon, das Alumni Bootcamp und Matchpoint. So haben wir bereits ein ordentliches Netzwerk mit jungen Talenten aufgebaut. Mit einigen, die sich besonders innerhalb der 4YL-Initiative engagieren möchten, stehen wir in engem Kontakt. Diese Botschafterinnen sind unsere „Fühler“ in die Zielgruppe rein und ersten Ansprechpersonen. Im Austausch mit ihnen kam auch der Input für die Studieninhalte. Offensichtlich besteht in den ersten Berufsjahren ein großer Bedarf, Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation, Führung und Projektmanagement aufzubauen. Dem sind wir mit dem Studium nachgekommen.
Wie kam die Zusammenarbeit mit der SRH zustande?
Dr. Reinhard Ematinger: Die SRH hat von Berufsbildungswerk bis EBS ein sehr breites, am Markt orientiertes, Portfolio, ist versiert, was berufsbegleitende Angebote angeht, und die „Lehrausrichtung“ passt zu den Inhalten, die wir mit unserem Zertifikatsstudium abdecken möchten. Und: Schon der erste Austausch mit den Vertreter:innen der Hochschule hat den professionellen Eindruck bestätigt, damit war die Sache dann relativ schnell klar.
Trotzdem gibt es mittlerweile unzählige Weiterbildungen und Coachings, die Projektmanagement, Resilienz und Kommunikation lehren. Warum setzt die DSAG auf ein Studium und wie unterscheidet es sich von anderen Angeboten auf dem Markt?
Dr. Reinhard Ematinger: Die Entscheidung für ein Zertifikatsprogramm fiel leicht: Wir wollen Substanz statt generischer Inhalte bieten und eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen statt Druckbetankung in zwei, drei Tagen zwischen Tür und Angel. Wir haben uns bewusst für eine Dauer von insgesamt zwölf Tagen entschieden, die sich auf sechs Monate verteilen. Es braucht genau diese Abfolge an Inhalten – und die Zeiträume dazwischen für Umsetzung und erste Erfolgserlebnisse.
Wie läuft das praktisch ab?
Dr. Reinhard Ematinger: Die Lehreinheiten finden zum Teil in Präsenz bei der SRH in Heidelberg statt, zum Teil virtuell. Die Termine sind immer freitags und teilweise samstags. Sie sind so angelegt, dass sie sich mit dem Beruf vereinbaren lassen.
Wer das Studium erfolgreich abschließt, erhält ein Zertifikat und 10 ECTS. Damit dokumentieren wir nicht, wie in vielen Angeboten, einfach Anwesenheit, sondern bestätigen mit einer zweistufigen Klausurform (kuratiertes Portfolio und schriftliche Fallarbeit mit anschließender Präsentation), dass Inhalte und Umsetzung sitzen.
Das Zertifikatsstudium hat außerdem einen Praxis- und SAP-Fokus. Damit können die Talente das Gelernt direkt in ihrem Arbeitsalltag anwenden, das ist uns wichtig.
Müssen die Teilnehmenden bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um sich für das Studium einzuschreiben?
Dr. Reinhard Ematinger: Das Studium richtet sich an Professionals mit ca. drei bis fünf Jahren Berufserfahrung im SAP-Umfeld. Und weil das Angebot eigens für unsere Mitglieder konzipiert wurde, sollten die Teilnehmenden in einem Unternehmen oder einer Organisation beschäftigt sein, die Teil der DSAG sind. Fachlich sind außer einem Bezug zu SAP keine besonderen Qualifikationen oder Vorkenntnisse notwendig. Wichtig ist natürlich die Motivation der Nachwuchskräfte, sich persönlich und innerhalb ihres Jobs vor allem überfachlich weiterentwickeln zu wollen. Und ein grundlegendes Interesse an den Themenfeldern Resilienz und Selbstwirksamkeit kann nicht schaden.
Welche Inhalte werden konkret gelehrt?
Dr. Reinhard Ematinger: Die Teilnehmenden lernen u.a., wie sie ihre Rolle im „System“ erkennen und diese klar kommunizieren. Wie sie Projekte professionell initiieren und steuern, wie sie Veränderungsprozesse begleiten und digitale Trends nutzen. Teil des Studiums ist es außerdem, die Grundlagen der Kommunikation zu verstehen, um sie gezielt in herausfordernden Situationen anwenden zu können. Die Nachwuchskräfte erfahren, wie sie Workshops souverän planen, moderieren und visuell ansprechend gestalten. Und sie reflektieren ihre persönliche Entwicklung, auch im Rahmen integrierter Angebote wie Coaching und Mentoring, und wenden das Gelernte in einem eigenen Projekt an – um nur einen kleinen Ausschnitt zu nennen.
Warum sollten Unternehmen ihre Young Professionals mit diesem Studium unterstützen?
Dr. Reinhard Ematinger: Das Studium qualifiziert gezielt Mitarbeitende aus dem SAP-Kosmos, SAP-Projekte souveräner zu leiten und Teams effektiver zu führen. Es ist also eine Investition in die eigenen Mitarbeitenden – und dank der praxisnahen Lehrinhalte und dem berufsbegleitenden Format mit schnellem Return. Denn die Teilnehmenden können das Gelernte direkt im Joballtag umsetzen. Die gezielte Förderung signalisiert außerdem Wertschätzung, unterstützt die Mitarbeitenden-Motivation und damit die Bindung zum Unternehmen.
Fragen?
Wer sich unsicher ist, ob die Inhalte zur aktuellen Berufssituation und den persönlichen Zielen passen, kann ganz unkompliziert Kontakt zu Dr. Reinhard Ematinger aufnehmen, per Mail an reinhard.ematinger@dsag.de
Das Zertifikatsstudium startet am 24. Oktober. Weitere Infos wie zur Teilnahmegebühr gibt es auf der Seite der SRH. Dort können sich Interessierte auch anmelden.
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