Stefan Nogly im Porträt
Der DSAG-Technologievorstand über seine Ambitionen, Ziele und die DSAG-Technologietage 2026
Stefan Nogly ist seit September 2025 Fachvorstand Technologie der DSAG. Hauptberuflich ist er Director Engineering bei Lekkerland. Im Interview gibt er Einblicke in seinen Werdegang innerhalb der DSAG, die Motivation für das Amt des Technologievorstands, seine Ziele in Bezug auf die Zusammenarbeit mit SAP und seine Erwartungen an die DSAG-Technologietage vom 17. bis 18. März 2026 in Hamburg.

Herr Nogly, warum engagieren Sie sich seit fünf Jahren in der DSAG?
Stefan Nogly: Technologie ist für mich kein Selbstzweck, sondern vielmehr ein Mittel, um Unternehmen nachweislich erfolgreicher zu machen. Wenn Menschen Technologie klug einsetzen, entsteht Fortschritt. Dafür müssen Praxisnähe, Kollegialität und Wirkungskraft in Einklang gebracht werden. Genau dieses Zusammenspiel finde ich in der DSAG gut umgesetzt. Gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen und SAP formen wir in unseren Gremien und im Vereins- und Fachvorstand Lösungen, die nicht nur auf Präsentationsfolien gut aussehen, sondern in der Unternehmensrealität nutzenstiftend sind.
Sie sind hauptberuflich als Director Engineering beim Großhandelsunternehmen Lekkerland beschäftigt. Wie profitieren Sie in Ihrem Beruf vom Ehrenamt in der DSAG und umgekehrt?
Durch das Netzwerk und den strukturierten Erfahrungsaustausch kann ich in beide Richtungen und von beiden Welten das für mich Beste nutzen. In den DSAG-Gremien und auf den Events wie z. B. den DSAG-Technologietagen kann ich mit Expert:innen verschiedenste Ansätze validieren – von Architekturfragen über Security-Themen bis zum IT-Betrieb. Umgekehrt bringe ich praktische Lessons Learned aus umfangreichen Handels- und Logistikszenarien in die DSAG ein.
Was hat Sie an der Position des Technologievorstands gereizt?
Meine berufliche DNA ist durch die REWE Group genossenschaftlich geprägt. Soll heißen: gemeinsam sind wir stärker. Diesen Geist habe ich auch in der DSAG erlebt – als unabhängige, konstruktiv-kritische Stimme der Anwender gegenüber SAP. Mich reizt es, aus der Position des Fachvorstands heraus diesen Ansatz weiter zu stärken. Mein Ziel ist es dabei, Prioritäten zu setzen, Transparenz zu schaffen und Brücken zu bauen. Damit alle Beteiligten schneller zu tragfähigen Entscheidungen kommen.
Was war der erste Gedanke, der Ihnen nach der Wahl durch den Kopf ging?
Meine ersten Gefühle waren Freude über und gleichzeitig Demut vor den bevorstehenden Aufgaben. Ich habe mich über das Vertrauen der Mitglieder und die Möglichkeit gefreut, mich in dieser Position beweisen zu dürfen. Gleichzeitig empfinde ich es als Privileg, die kollektiven Leistungen der Gremien im Technologieressort nach innen und nach außen hin zu vertreten.
Welche technologische Entwicklung begeistert Sie persönlich aktuell am meisten?
Ganz klar: die künstliche Intelligenz in der Unternehmenspraxis. Also weniger das Schlagwort sondern der konkrete Nutzen in Form von besseren Entscheidungen, sichereren Prozessen und mehr Geschwindigkeit – natürlich alles unter der Voraussetzung, dass Datenqualität, Governance und Betrieb stimmen. KI wird dann zu einem nützlichen Assistenten, wenn sie sauber in Prozesse, Rollen und Plattformen integriert ist.
Im März 2026 werden Sie erstmals als Technologievorstand die DSAG-Technologietage sowie die anschließende TechXChange aktiv mitgestalten. Gibt es ein Thema, von dem Sie sagen würden „Darüber sollten wir bei den Veranstaltungen eigentlich noch viel mehr sprechen“?
Ja, über Komplexitätskompetenz. Mit jeder technologischen Evolutionsstufe steigt die Komplexität von IT‑Systemen – und damit der Bedarf an Menschen, die Pragmatismus, Klarheit und Entscheidungssicherheit in das scheinbare Chaos bringen. Das ist weniger Tool‑Wissen als Haltung: das Wichtige vom wirklich Wichtigen zu trennen, Unsicherheit in Hypothesen und kurze Zyklen überführen, Ergebnisse sichtbar machen. Dafür brauchen wir Mechanismen statt Heldentum: klare Prioritäten, einfache Entscheidungsrechte, saubere Schnittstellen und eine gemeinsame Sprache über Risiken und Wertbeiträge. Wie man das lebt, steht in keinem Handbuch – es entsteht in Teams, die Verantwortung übernehmen.
Was dürfen die Teilnehmenden der Technologietage mit Blick auf die Veranstaltung, aber auch auf Ihre Amtszeit erwarten?
Klartext und Orientierung. Einen visionären Blick auf das, was kommt und konkrete Empfehlungen für Entscheidungen, die heute oder in naher Zukunft getroffen werden müssen. Außerdem ist es mir wichtig, die Gremienarbeit weiter zu stärken und die ressortübergreifende Bearbeitung zentraler Fokusthemen durch neue Formate zu unterstützen. Ziel ist es, die Beiträge aus der Community noch wirksamer und nachhaltiger in Richtung SAP und Partner zu adressieren: gemeinschaftlich, hands-on und evidenzbasiert.
Was wäre ein perfekter Moment bei den bevorstehenden DSAG-Technologietagen?
Ein vollbesetztes Plenum und gut besuchte Slots über alle angebotenen Fachbereiche hinweg. Denn das bedeutet, dass die DSAG-Gremien, die Anwender, die Partner und SAP gemeinsam die Themen vorantreiben und die Besucher neue Erkenntnisse und Ansprechpartner:innen aus den Keynotes oder Themensitzungen in ihre Unternehmen mitnehmen.
Wie beschreiben Sie Ihren eigenen Technologiestil: visionär, pragmatisch, herausfordernd – oder von allem etwas?
Von allem etwas: visionär mit Blick nach vorn, konsequent pragmatisch im Hier und Jetzt und im Anspruch an Qualität und Wirkung bewusst herausfordernd. Ich arbeite hypothesengeleitet, liefere in kurzen Iterationen messbare Ergebnisse. Mein Stil ist architekturgetrieben und strikt am Business‑Nutzen ausgerichtet: robuste, sichere und skalierbare IT‑Strukturen, die wir gemeinsam mit den Menschen in eine gelebte IT überführen, sodass IT in der Organisation als verlässlicher Partner des Business wirkt.
Welche Frage aus der DSAG-Community hören Sie besonders häufig – und warum ist sie so relevant?
„Wie migrieren wir unsere gewachsene Landschaft sicher, planbar und wirtschaftlich – und welches Betriebsmodell passt zu uns?“ Dahinter steckt die Realität vieler Unternehmen: Sie stecken mitten in Transformationsprogrammen. Entscheidend ist dabei nicht nur das Zielbild, sondern der Pfad dorthin: Migrationsszenarien und Betriebsmodelle (Cloud, Hybrid, On‑Prem) müssen so gewählt und sequenziert werden, dass Stabilität, Sicherheit und Skalierbarkeit erhalten bleiben, Daten und Schnittstellen sauber überführt, Custom Code und Prozesse pragmatisch modernisiert und die neue, offene Architektur nahtlos integrierbar bleibt. Relevanz gewinnt das Thema, weil es das Tagesgeschäft, Investitionsentscheidungen und die organisatorische Veränderung gleichzeitig betrifft – und es kein „One‑Size‑Fits‑All“ gibt. Hier hilft die DSAG‑Community mit Erfahrungen aus der Praxis, belastbaren Referenzpfaden und klaren Entscheidungslogiken.
Was war Ihr bislang größtes Aha-Erlebnis in Ihrer SAP- oder IT-Laufbahn?
Das war der Übergang vom monolithischen SAP R/3 zur modularen S/4HANA-Welt mit Cloud-Services, API-First- und „Clean-Core“-Prinzip. Die größte Erkenntnis daraus für mich ist, dass IT-Architektur ein Organisations- und Betriebsmodell ist und damit weit mehr als nur reine Technologie.
Hand aufs Herz: In welches Technologiethema mussten Sie sich auch erstmal richtig einarbeiten?
In die SAP Business Data Cloud. Ein junges Produkt mit viel Potenzial. Der Austausch in den entsprechenden DSAG-Gremien und der Dialog mit SAP waren sehr hilfreich, um mir das Thema in seiner ganzen Bandbreite systematisch zu erschließen und die Chancen und Grenzen einordnen zu können.
Zum Abschluss bitte noch jeweils eine kurze Antwort auf zwei Entweder-Oder-Fragen.
Kaffee oder Tee?
Ganz klar Kaffee: Gute Bohnen, eine gute Maschine und ein Schuss Hafermilch.
On-Premises oder Cloud?
Cloud‑first, nicht Cloud‑only. Fachliche Anforderungen, regulatorische Auflagen und bestehende Landschaften erfordern hybride Optionen.
Herzlichen Dank für das Gespräch.
DSAG-Technologietage 2026 in Hamburg (17.03.-18.03.2026)
Die Keynotes der Veranstaltung:
- Lights on Layers. Clarity-by-Design? – Stefan Nogly, DSAG-Technologievorstand
- Schritt für Schritt in die Zukunft mit KI und SAP – Dr. Philipp Herzig, Chief Technology Officer, SAP SE
- Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit – Was uns Sorgen machen muss. – Dr. Constanze Kurz, Informatikerin, Sachbuchautorin, Sprecherin des Chaos Computer Clubs (CCC)
Hier geht´s zum vollständigen Programm der Technologietage und zur Anmeldung.
DSAG-TechXchange 2026 in Hamburg (19.03.2026)
Das ultimative Live-Event für SAP-Experten und DevOps-Enthusiasten, um Wissen auszutauschen und innovative Technologien im Bereich SAP zu erleben, findet am 19. März 2026 in Hamburg statt. Die Agenda bietet einen detaillierten Überblick.
Hier gibt es alle weiteren Information zur DSAG TechXchange.
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