TDD-Lizenz für Private Cloud und BDC verfügbar
Großer Schritt in die richtige Richtung: SAP erleichtert Partnern Zugang zu diversen Test-, Demo- und Development-Systemen
Der Software-Konzern hat auf den großen Bedarf der Partner nach weiteren Test-, Demo- und Development (TDD)-Lizenzen reagiert. Ein Erfolg, nicht nur für Partner, sondern auch für die DSAG, die sich dafür stark gemacht hat.

Damit Partner ihrer Rolle als Reseller von SAP-Lösungen, Berater oder Entwickler von Add-ons nachkommen können, brauchen sie Zugang zur jeweils aktuellen SAP-Software. Um die Anwender kompetent beraten und unterstützen zu können, müssen sie die Möglichkeit bekommen, sich im Vorfeld mit den Systemen, insbesondere mit Neuerungen, vertraut zu machen und Wissen aufzubauen. Eigens zu diesem Zweck gibt es TDD-Umgebungen. Großer Knackpunkt: Bis zuletzt fehlten diese für einige der wichtigsten Cloud-Lösungen von SAP. Für Produkte, für die es schon eine TDD-Möglichkeit gibt, war die Zugangs- bzw. Lizenzbeschaffung extrem aufwändig und die User-Anzahl stark reglementiert. „Das waren sehr schwierige Bedingungen mit spürbaren Auswirkungen auf das Geschäft der Partner“, erklärt Loren Heilig, Sprecher der DSAG-Themengruppe Test, Demo & Development. Gemeinsam mit der DSAG platzierte er die Herausforderungen bei SAP, die das Feedback ernstnahm und reagierte.
Wichtiges Entgegenkommen: TDD-Zugang zu S/4HANA Private Cloud und BDC
„Eine wichtige Entwicklung, die wir angestoßen haben, ist die neue TDD-Lizenz für die S/4HANA Private Cloud. Sie ermöglicht uns Zugang zu zahlreichen SAP-Innovationen wie die AI-Services, mit denen wir uns eingehend beschäftigen und sie für unsere Kunden testen können“, lobt Heilig. Dafür stellt der Software-Konzern den Partnern bis September 2026 kostenfrei AI-Credits zur Verfügung. „Auch mit der SAP Business Data Cloud (BDC) können wir nun in einer TDD-Umgebung arbeiten – optimal, um Wissen aufzubauen“, so Heilig. Teil der Neuerungen von SAP sind außerdem spezielle TDD-Lizenz-Pakete für die SAP Business Technology Platform (BTP), konkret für SAP Build. Davon profitieren Partner, die Applikationen entwickeln. Ebenso wurde das Demo-Portfolio im Shared Demo Store weiter ergänzt. Mit den Produktdemos können Partner ihren Kunden die grundlegenden Funktionen und Möglichkeiten von SAP-Lösungen visualisieren. „Diese Lizenz-Pakete von SAP sind elementar für uns und ein großer Schritt in die richtige Richtung“, ordnet Heilig ein. „Er zeigt, wie fruchtbar und zielführend der konstruktiv-kritische Austausch zwischen Software-Konzern und DSAG ist.“
Bestehende Hürden: Von Roadmap bis Lizenzkosten
Dass der Dialog zum TDD-Thema mit SAP zunächst anhalten wird, zeigt sich mit Blick auf die noch offenen Punkte der Partner – darunter ihr Anliegen nach klaren Roadmaps. Um Planungssicherheit zu bekommen, müssen sie frühzeitig informiert werden, wann welche Services zur Verfügung stehen. Ein weiteres Manko: „Bei SAP gibt es noch immer keine interne Vorgabe, für jedes neue Produkt automatisch eine TDD-Lizenz vorzusehen. Ob solch ein Lizenz-Angebot bereitgestellt wird oder nicht, liegt ganz im Ermessensspielraum der jeweiligen Produktmanager:innen. Und viele sehen die Notwendigkeit nicht“, erklärt der DSAG-Sprecher. „Das muss sich ändern, weil es bislang viel individuelle Überzeugungsarbeit durch die Partner bedarf.“
Hier gibt es aus Partnersicht noch Handlungsbedarf:
- TDD-Lizenzen verpflichtend bereitstellen: Bei Produkt-Launches sollten die entsprechenden TDD-Umgebungen von SAP standardmäßig mit zur Verfügung gestellt werden. Ist eine Umsetzung nicht möglich, sollte der Grund klar benannt werden.
- Lizenzierung von SAP Endorsed Apps vereinfachen: Es sollte künftig möglich sein, Partnerlizenzen für diese Apps direkt über SAP zu beziehen. Der derzeitige Prozess ist zu komplex.
- User-Anzahl für Shared Demo Store erhöhen: Derzeit sind die Accounts für den Einsatz des Stores personenbezogen und auf zehn Nutzer je Partnerunternehmen begrenzt. Damit können nur diese zehn Personen die Funktionen nutzen und Demos zeigen. Der Bedarf ist aber deutlich höher. Um diesen decken zu können, sollte sich SAP eine neue Grenze oder ggf. eine Staffelung überlegen.
- TDD-Lizenz für Cloud-ALM-Lizenz liefern: SAP stellt das Tool SAP Cloud Application Lifecycle Management (ALM) jedem Kunden nur einmal zur Verfügung und dies auch nur für die eigene, produktive Nutzung. TDD ist somit für Cloud ALM nicht möglich, obwohl dies aufgrund der strategischen Bedeutung absolut notwendig wäre.
- TDD-Lizenzkosten deutlich senken: Die Preise, die SAP für den Zugang zu ihren TDD-Umgebungen aufruft, sind unverhältnismäßig hoch (rund doppelt so hoch im Vergleich zu den Partnerprogrammen anderer Software-as-a-Service-Anbieter). Für viele Partner sind diese mittelfristig wirtschaftlich nicht tragbar. Hier sollte SAP für Kostenentlastung sorgen.
„Damit liegen noch elementare Diskussionspunkte vor uns. Die vergangenen Monate haben aber gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind“, resümiert Heilig. „Das stimmt mich optimistisch, dass wir auch die noch offenen Anliegen gemeinsam mit SAP anpacken und gelöst bekommen.“
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